| Ein effizienter
Weg, dieses Ziel zu erreichen, beinhaltet die Verwendung eines Maulkorbes.
Der eine Ausrüstungsgegenstand, dessen Nützlichkeit meiner
Meinung nach stark unterschätzt wird und zu selten Verwendung findet,
ist ein gut angepasster Gitter- oder Plastikgittermaulkorb (wie z.B.
hier zu sehen http://www.dogmuzzle.com/wirbasdogmuz1.html).
Der Hund kann essen und trinken mit dem angelegten Maulkorb, aber er
kann keine Kätzchen oder andere kleine Heimtiere fressen.
Wann immer ich es mit Jagdinstinkten zu tun habe in meiner Arbeit, empfehle
ich, dass der Hund immer einen Maulkorb trägt, wenn er unüberwacht
ist – besonders mit Kleintieren im gleichen Haushalt. Wenn wir
solche Hunde vom Tierheim aus platzieren, schicken wir sie manchmal
mit einem Maulkorb heim, der diesem Hund genau passt, zusätzlich
zum Halsband oder einem Gentle Leader oder einem “Easy walk –
Geschirr” und natürlich gibt es noch weitere nützliche
Dinge in unserem Adoptions-Set.
Kommen wir nun zum Punkt:
Wieso der Hund die Katze jagt und wie man ihn davon abhalten kann.
Dies ist nicht eine hochkomplizierte Wissenschaft, aber einigen Hundehaltern
fällt es schwer das Konzept zu begreifen:
Der Hund jagt hinter der Katze her, weil die Katze rennt. Die Katze
rennt, weil der Hund sie jagt. Der Hund ist grundsätzlich ein domestizierter
Beutegreifer; es liegt ihm im Blut, alles zu jagen, was rennt. Die Katze
hat Überlebensinstinkte, die genauso stark sind. Katzen sollten
Schilder tragen, auf denen steht: “Achtung: ich werde vor allem
davonrennen, von dem ich denke, dass ich unterlegen bin.“ Die
Katze will nicht diejenige sein, die herausfindet, ob Dein vierbeiniger
Freund nur spielt oder ein echter Jäger ist.
- Der einzige Weg den Teufelskreis des Hinterherjagens-Wegrennens
zu unterbrechen, ist sich auf das Training des Hundes zu konzentrieren.
- Zu versuchen, einer Katze beizubringen, nicht auf ihre natürlichen,
eingefleischten Überlebensinstinkte zu hören, ist etwa ebenso
sinnvoll, wie einem Schwein das Fliegen beibringen zu wollen.
Eine erfolgreichere Technik ist es, dem Hund beizubringen, dass das
Katzenjagen eine nicht-akzeptierte Verhaltensweise ist. Und dass aber
ein Hinsetzen oder ein Hinlegen ihm gute Dinge von DIR bescheren wird.
#1 Ziel: Etabliere eine Standardverhaltensweise wie das Hinlegen oder
ruhige Sitzen, damit sich der Hund selbst unter Kontrolle hält
Ich kann es gar nicht genug empfehlen, dem Hund Selbstkontroll-Übungen
beizubringen und so dem Hund zu helfen, sich zu entspannen und nicht
hinterherzujagen, aber der Hund muss wissen, was er tun soll.
Wichtig für den Besitzer zu verstehen: Den Hund mit „Nein!“
anzuschreien, funktioniert nicht. Es reicht hier nicht aus, einfach
eine allgemeine Bestrafung anzuwenden; dem Hund muss gesagt werden,
was er stattdessen tun soll, was das Verhalten ist, welches Du erwartest.
Ein trainiertes schnelles Herankommen in solchen Situationen wirkt Wunder
und bringt dem Hund eine riesige Belohnung von Dir ein. John Rogerson
sagt, dass jeder Hund in seinem Leben mindestens einmal in seinem Hundeleben
ein ganzes Hühnchen dafür kriegt, dass er von einer riesigen
Ablenkung weg trotzdem zurückkommt. Dem stimme ich zu. Ein sehr
guter Freund sagte immer, dass auch wenn ein Hund gar nichts anderes
lernt, wenn wir dem Hund 2 oder 3 der folgenden Verhaltensweisen beibringen,
kann dies sein Leben retten: ein gut trainiertes Sitz oder Platz und
ein sofort wirksamer Rückruf. Als Beispiel, ein Hund: der das Sitz
oder Platz gut beherrscht (es sollte keinen Grund geben für den
Hund, nicht in dieser Position zu bleiben, damit Du die Situation kontrollieren
kannst): wenn Du siehst, dass der Hund darüber nachdenkt, die Katze
zu jagen, kannst Du mit dem Sitz- oder Platz-Signal die Situation kontrollieren.
Jede Menge leckerster Belohnungen oder die Aussicht auf ein gemeinsames
Spiel mit Dir, werden dem Hund helfen, schnell heranzukommen und sich
zu beruhigen. Siehe hierzu auch die Artikel über den Rückruf
wenn Jagdinstinkte im Spiel sind. (www.deesdogs.com)
Es gibt keine Wunderpille oder eine Schnelllösung (daher ist der
Maulkorb immer dann nötig, wenn der Zugang zur Katze vorhanden
ist) während dem Training, aber mit Konsistenz ist es möglich
das Katzenjagen zu reduzieren. (Persönliche Anmerkung: Es gibt
Hunde, von denen ich glaube, dass sie nie 100% „katzensicher“
sein werden). Aber mit gutem Management und Hilfe von Deiner Seite können
sie Freunde werden.
Trainingstipps:
Der erste Schritt ist das Selbstkontroll-Übungs-Training. Die grundlegende
Idee hierbei ist es, dass der Hund eine Verknüpfung macht zwischen
dem Sichten einer Katze und dem Hinsetzen oder Hinlegen – dass
“gutes” Verhalten wie Sitz oder Platz, wenn die Katze auftaucht,
ihm eine sehr wertvolle Belohnung irgendeiner Art einbringen wird.
Es ist ein MUSS dies mit absoluter Konsistenz zu trainieren, jedesmal
wenn die Katze den Raum betritt, so dass der Hund schnell begreifen
wird, dass Hinsetzen oder Hinlegen ihm wunderbare Leckereien beschert.
Wenn Deine eigene Katze zu verstört ist hierzu, da sie vorher gejagt
wurde und die Anwesenheit des Hundes nicht mehr toleriert ohne zu versuchen,
zu fliehen, übe mit einer lebensecht aussehenden Plüschkatze
und dann mit einer Katze eines Freundes, die an Hunde gewöhnt ist.
Vergiss nicht, auch die Katze zu belohnen! Schaffe einen sicheren Bereich
sowohl für den Hund als auch die Katze. Siehe hierzu die weiteren
Artikel auf Dees Website www.deesdogs.com
Sobald der Hund auf diese Weise trainiert ist, wird die Katze den Hund
nicht länger als Bedrohung empfinden, sie wird merken, dass das
Risiko gejagt zu werden viel geringer ist. Die Katze wird nicht mehr
wegrennen, da ihr Leben nicht mehr bedroht wird, sobald sie den Raum
betritt.
Den einzigen Vorbehalt den ich aber immer erwähne in der Diskussion:
es gibt keinen absolut „sicheren“ Jäger. Ich habe Hunde
gekannt, die jahrelang mit Katzen zusammengelebt haben und eines Tages
hat etwas Klick gemacht und für die Katze ging es Böse aus.
Deshalb lasse ich nie einen Hund mit kleinen Haustieren alleine, ausser
er trägt den Gittermaulkorb oder ist in seiner Box.
Ich glaube auch an die Nützlichkeit von Babygittern, um “sichere
Räume” für die Katze zu schaffen, wenn im gleichen Haushalt
ein Hund lebt, der einen stärker ausgebildeten Jagdtrieb hat. Eine
Katze kann über ein Gitter, welches einen Hund zurückhält,
springen oder sich hindurchschlängeln. Oder eine kleine Katzentüre,
damit die Katze in Notfällen entkommen kann (stelle vorher sicher,
dass die Katze weiss, wo der Notausgang ist).
Der richtig verwendete Maulkorb löst auch das Problem von unagemessenem
Spielverhalten, welches bei manchen jungen Hunden vorkommt. Heutzutage
scheint es mehr Hunde / Welpen zu geben, die Probleme beim Spielverhalten
zeigen und auch mehr exzessive Zerstörer, die einem Biber verdächtig
nahe kommen. Der Maulkorb ist Dein einziger Freund bis sie die steck-es-ins-Maul
und spuck-es-wieder-aus Phase hinter sich haben. Lege dem Hund einen
Maulkorb um, wenn Du ihn nicht direkt überwachen kannst, aber geh
nicht aus dem Haus und lass ihn nicht länger alleine, wenn der
Hund den Maulkorb trägt. Verwende auch JA NICHT die Nylonmaulkörbe
(oder andere enge Maulkörbe) für diese Art von Problemen.
Copyright Dee Ganley, www.deesdogs.com
Originalversion in Englisch: Keeping the piece between dogs and small
critters
Übersetzung: Simone Fasel
Übersetzung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Dee Ganley.
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